Omsky liebt …

In Omsky’s Leben hatten anverwandte Männer einen besonderen Status.

Mein Bruder Michael konnte gar nichts falsch machen, auch wenn es nach allgemein gültiger Norm falsch war . Omsky fand etwas richtiges daran. Sie hatte im Wohnzimmer einen Rumtopf den sie regelmäßig befüllte. Er war aber immer leer. Omsky kannte den Übeltäter, sie behauptete aber : “ Alkohol verdunstet halt.“

Als mein Bruder im Mopedalter war, hatte er eine großartige Idee. Seine damalige Beschäftigung bestand darin, sich auf’s Moped zu setzen, durch die Gegend zu brausen. Dann kehrte er wieder zum „Häusl“ zurück. Das wiederholte sich einige Male am Tag. Meist war Michael mit drei Freunden unterwegs. Omsky beobachtete das Geschehen mit Wohlwollen.

Beschwerte sich der Nachbar über den Mopedlärm, wetterte Omsky:“ Der „Zettel“ soll noch einmal etwas sagen, dann hau ich ihm mit dem Bartwisch am Schädl.“

Zurück zu Michaels Idee:“ Du Oma wir wollen unter dem Wochenendhäusl eine Disco bauen.“ „Wie soll das denn gehen?“ war Omsky’s Frage. “ Ganz einfach wir graben unter das Häusl einen Keller hinein und mauern ein paar Wände auf. Wir benötigen halt Betonziegel und Zement.“

Omsky überlegte: „wenn ihr mir versprecht, dass ihr keinen Alkohl ausschenkt, zahl ich euch die Ziegel und den Zement.“ Die coolen Jungs versprachen ihr eine Milchbar zu bauen. Sie gingen sogleich ans Werk. Unser Wochenendhaus wurde untergraben.

Omsky beobachtete die Burschen und überzeugte sich von ihren Arbeitswillen. Dann griff sie zum Telefon und bestellte eine Palette Betonziegel, Zement und sonstiges Zubehör.

Die Drei arbeiteten fleißig, bald war ein 12 m2 großer Raum freigegraben. So verging der Sommer und mit ihm der Elan. Die Mopeds und die Baustelle wurden eingewintert. Die Baustelle für immer. Ab und zu fragte Omsky:“ Michael magst nicht weiter bauen?“

Mein Vater, ein Ingenieur für Hoch und Tiefbau, war entsetzt über die Baustelle. Er ließ statische Berechnungen durchführen. Danach musste sofort eine Stützmauer aufgezogen werden. Das war das Ende für die Disco.

Die Ziegel blieben für 20 Jahre auf der Wiese liegen und die Zementsäcke wurden zu Betonklumpen. Aber weh dem der sich negativ über das Projekt äußerte. Der bekam Omsky’s Zorn zu spüren.

Enkel Ur- und Ururenkel sind Omsky’s Helden. Wir Mädl’s konnten uns aber auch sehr gut behaupten. Wir spielten Omsky immer wieder einmal einen Streich.

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  1. Jo so war es ! Eine ungewöhnliche tolle Geschichte! Bravissimo 👍

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